Gunpowder Moon von David Pedreira

100 Jahre nach der letzten bemannten Mondmission skizziert David Pedreira ein Bild, wie eine zukünftige Besiedlung des Monds aussehen könnte.

Caden Dechert hat die Erde und ihre Tücken und Grabenkämpfe hinter sich gelassen und baut stattdessen auf dem Mond Helium-3 ab. Dieses Isotop im Zusammenhang mit erfolgreicher Kernfusion ermöglichte es der Menschheit, sich langsam aus einem grassierenden Treibhauseffekt zu bewegen. Doch dann kommt ein Mitglied seiner Mannschaft auf fragwürdige Weise ums Leben, und Decherts Vorgesetzte sind nur zu eifrig dabei jegliche Bedenken beiseite zu schieben und die konkurrierenden Chinesen zu bezichtigen.


In dieser Auftaktfolge von Ganz Weit Draußen stellen Frank und Arne erst Mal fest, dass sie irgendwie das falsche Buch gelesen haben, aber doch irgendwie auch das richtige.
In der Aftershow geht es danach etwas um die Berliner SciFi Szene, Die Unendliche Geschichte, Starship Mage und Walkaway.

Loser Raumanzughelm mit Einschussloch, es spiegelt sich ein weiterer Raumanzug darin.
Der Titel Gunpowder Moon nimmt Bezug auf den von Astronauten beschriebenen Geruch von Mondstaub.

Buch

Shownotes


Aftershownotes

1 thought on “Gunpowder Moon von David Pedreira

  1. Bis wir einen besseren Ort dafür finden, hier das Transkript der Folge, vorausgesetzt es passt alles hier rein:

    Frank: Ja, willkommen zur ersten Folge von— 
    Arne: Bullshit!
    F: —Neh! (Lach) Ich habe keine Ahnung. (Stille) Zukunft!
    A: Zukunft!
    F: Ja, Zukunft ist heute. Ja, ähm, ohne Namen, wir wissen sonst noch nicht wie der Podcast heißt. Ich bin Frank…
    A: Ich bin Arne.
    F: …und wir sprechen über Sci-Fi, Fantastik, äh, fantastische Literatur—
    A: Spekulative Fiktion.
    F: —und ich habe heute festgestellt, ich habe einen fantastischen Namen für den Podcast, nämlich: Escape Pod! Und dann habe ich gelernt, diese tolle Idee hatte schon Mal jemand.
    F&A: (Lachen)
    F: Ich kann noch nicht Mal was sagen, der hatte nämlich 630 Folgen. 
    A: Ein paar mehr als wir, und die meisten Anderen.
    F: Ja, ne, wer 630 Folgen hat, der darf den Namen sehr stolz tragen. (Lachen) Und den, keine Ahnung, bei so vielen Folgen hat er den Namen schon ewig früher gehabt. Aber ich muss mal reinhören, ich habe mir den noch gar nicht angehört gehabt.
    A: Der, also den kenne ich, der ist sehr gut, der hat sehr viele Kurzgeschichten, meistens mit Science Fiction. Äh, die haben auch ’ne zeitlang Horror und Fantasy gemacht, aber die wurden größtenteils ausgekapselt in… der Fantasy heißt Pseudopod und der—ne, das war der Horror. Und der Fantasy, da fällt mir gerade der Name nicht ein. Irgendwas mit Castle glaube ich. Aber ja.
    F: Ist auch egal, es geht um unseren Podcast heute. (lacht)
    A: Und wir machen kein Podcast-Review.
    F: Genau. 100% sicher wie unser Podcast wird sind wir uns noch nicht. Arne meinte so’n Buchclub.
    A: Nja, das wäre eine Möglichkeit das zu beschreiben, ja.
    F: Vielleicht ist es das auch gar nicht. Ich finde— wir werden uns wahrscheinlich in den nächsten Folgen einfach Gäste Mal hinzu holen.
    A: Möglicherweise.
    F: Weil ich finde das immer super wenn die immer einen andere Input mit reinbringen. Und gerade im Sci-Fi-Bereich gibt echt viele Leute, die wirklich spannende Gedanken zu Büchern haben, die ich nicht unbedingt habe, und dann finde ich die im Nachhinein doch noch Mal super um darüber nachzudenken. Also deswegen lese ich auch ganz gerne Rezensionen für Hörbucher—
    A: Ja, die bieten immer Denkanstöße für Dinge, die man nicht gesehen hat, oder die man denn mit einem Mal aus einem anderen Blickwinkel sieht.
    F: Ja, genau! Oder beziehungsweise manchmal stellen die einfach so Zusammenhänge dar, die ich einfach so nicht gesehen hatte. Und, ähm, wird glaube ich ganz lustig. Ich habe heute schon auch, oder was heißt heute, wo wir uns zu dem Podcast abgesprochen haben, habe ich schon unser großartiges Talent herausgestellt uns, (Lachen), misszuverstehen. Ich wollte nämlich eigentlich ein Buch von Heinlein vorschlagen, und zwar Mistress is a harsh—
    A: The Moon is a Harsh Mistress!
    F: Ja, so rum, genau. Und, ähm, ich habe aber Gunpowder Moon vorgeschlagen…
    A: Was halt auch auf dem Mond spielt.
    F: Ja, genau, und dann habe ich mir das nochmal angelesen und gedacht, ‚Was war denn das, das ging doch hier um was ganz anderes?‘
    A: Marginale Differenzen. Marginal.
    F: Ja, da war ich denn doch sehr geschockt, aber wir besprechen jetzt doch trotzdem einfach Gunpowder Moon weil wir es beide gelesen haben. 
    A: Ja.
    F: Eigentlich habe wir das Andere auch beide gelesen.
    A: Ja, aber nächstes, oder übernächstes, oder in 32-Folgen-nächstes.
    F: Ja, wir können es zum Schluss ja noch ein bisschen vergleichen, wenn wir wollen.
    Allerdings, Gunpowder Moon tickt bei mir auch ganz viele Boxen:
    Ist Hard Sci-Fi, ich mag Hard Sci-Fi
    A: Auf jeden.
    F: Es spielt in der nahen Zukunft, und ich mag einfach das spekulieren wie unser Sonnensystem aussehen könnte, wenn es besser erschlossen wäre. Vielleicht wie die Leute es sich vor 50 Jahren
    vorgestellt haben, wie es 2019 aussieht. Auch wenn es 2019 nicht so aussieht.
    A: Witzigerweise war das ja einer der Aufhänger von Heinleins Moon is a Harsh Mistress. 
    F: Ja, stimmt, ja. Jaja, stimmt ja.
    A: Das spielt 2050, 2060 glaube ich auch, aber direkt mit der Mondkolonisation in den 1970ern angefangen.Aber wir reden ja von Gunpowder Moon!
    F: Genau! Und Gunpowder Moon spielt 2072, also in 50 Jahren, bisschen mehr. 
    A: Ja.
    F: Und was ganz interessant ist, das greift sehr viele aktuelle Geschehnisse auf. Auch geschuldet dem, glaube ich auch, dass es erst letztes Jahr erschienen ist, also 2018, und es hat so als Setting eigentlich, dass die Welt so richtig an die Wand gefahren wurde mit dem Klimawandel. 
    A: Oh ja! Ja, as ist so, so à lá dem Film 2012-mäßig. Innerhalb des Buches, des Hintergrundes, 2058 kam es zu einem ‚Thermal Maximum‘, wurde das genannt, wo halt einfach die ganzen Methanklathrate und sowas rund am ‚Pacific Rim‘, also rund um den Pazifik herum mit einmal nach oben gebubbelt sind, und alles war im Arsch.
    F: Ja, das ist eins von diesen Horrorszenarien, die wir jetzt im Klimawandel besprechen, was  passieren könnte, dieser ‚Point of No Return‘.
    A: Das ist ein bisschen wie bei Frank Schätzings Der Schwarm.
    F: Ja, genau.
    A: Mit dem, da hatten sie ja auch die Methaneise in der Tiefsee, die mit ein Mal nach oben gekocht sind. 
    F: Wait, das war aber glaube ich in der Nordsee, oder, wo das am Anfang war?
    A: Ja, ja! Ich wollte gerade sagen (halb singend) an der Nordseeküste, aber nein. An der Norwegischen.
    F: Genau. Aber vielleicht bisschen Detail dahinter: Das gibt so die Theorie einfach, dass es gewissen Punkte im Klima der Erde gibt, wo Prozesse angestoßen sind, die auf einmal explosionsartig wesentlich mehr an Treibhausgasen ausstoßen, das kann zum Beispiel das Abschmelzen oder Auftauen der Tundra sein, und dass da dann auf einmal sehr viele gebundene Gase rauskommen. Oder eine andere Theorie ist halt, dass die Methangase, die unten in so einem eisförmigen Zustand so ungefähr auf dem Meeresboden sind, mit dem aufwärmen der Meere auf einmal gasförmig werden und dann nach oben blubbern. Das heißt jetzt nicht, dass alles mit ein Mal in einer Sekunde passiert, aber in sehr kurzem Zeitraum von 2, 3, 4, 5, 6 Jahren—
    A: Ja.
    F: —Und dass das dann den Klimawandel noch einmal massiv anfeuert. Deswegen wird das dann auch so ein Point of No Return, weil es mit einmal so viel schneller geht, dass wir gar keine Chance haben das noch irgendwie einzudämmen.
    A: Ja, das ist so nach dem Motto, wir befinden uns gerade so in der Schneeflockenphase von der Lawine, und die Lawine wäre dann, sobald sie denn landet und alles mit einmal lostritt. Das wäre dann halt dieses ‚Thermal Max‘ genannte Teil wäre dann so ein lostreten gewesen. So richtig.
    F: Genau. Und die Erde ist halt so richtig an die Wand gefahren, mit Hunger, Flucht, dem Kollabieren von Gesellschaftssystemen. ‚The Darkest Hour‘, sozusagen.
    A: Jajaja, die ‚neue dritte Welt‘ wurde es auch innerhalb des Buches dann genannt—
    F: Ja.
    A: —Weil Pacific Rim, das sind halt vornehmlich natürlich Nord-/Südamerika, dann das industrialisierte Japan, und Australien, und halt Ozeanien, und da trifft es halt die USA, weil US-Erzähler natürlich, am stärksten. Und die waren dann so… ‚Ja, Kacke am Dampfen.‘ Na, noch nichtmal, noch schlimmer als ‚am Dampfen.‘
    F: (Lacht) Na, auf jeden Fall klappt’s dann aber doch ‚in the darkest hour.‘ was ich gerade so angsprochen hatte, sozusagen: Die Fusion zu bewältigen. Und das führt dazu, dass man Helium-3 auf dem Mond abbaut. 
    A: Mhm.
    ———— (Kapitelmarke?)
    F: Und da kommen wir denn langsam jetzt auch in den Bereich unserer Geschichte. Das spielt halt sozusagen mit dieser Welt vor dem Hintergrund, dass es halt diesen massiven Klimakollaps gab, der sich massiv auf viele der Gesellschaftssysteme ausgewirkt hatte, und jetzt gibt es mehrere Basen auf dem Mond, und dort wird jetzt Helium-3 abgebaut, und das ist sozusagen die Landschaft, in der dieser Roman reingeschrieben wurde.
    A: Genau.
    F: Und vielleicht sagen wir noch ein bisschen was zu dem Autor, bevor wir jetzt die ganze Zeit zur
    Story selber was sagen. 
    A: Der Autor ist David Pedreira…
    F: Ja. 
    A: Sowas in der Richtung.
    F: Genau. Er sieht so 35 aus, ungefähr; er hat kein Datum, also kein Alter auf seiner Seite angegeben, er ist also gar nicht so alt. Er ist Journalist, kommt aus den USA, hat irgendwie in Maryland studiert, und lebt inzwischen in Florida, in Tampa. Aber sein erstes Buch, er ist auch weiterhin als Journalist tätig, und da wird bestimmt noch ein bisschen was kommen von ihm. 
    A: Ja, also. 
    F: Das ist eins der ersten. Für ein erstes Buch muss ich eigentlich sagen, dass es auch ziemlich gut gelungen ist—
    A: Ja, ja. 
    F: Ich habe zwar—
    A: Für Erstlingswerke habe ich schon wesentlich schlimmere Dinge gelesen. 
    F: Ja (schmunzelt). Aber wir wollen gar nicht so weit vorweg greifen. Ich habe zwar ein paar Punkte, wo ich mich so wirklich dran reibe mit dem Buch—
    A: Oh ja!
    F: —aber so von vielen Ideen, die da drinne sind, ist das echt spannend. Und wie gesagt, es ist ein Hard Sci-Fi Buch und es ist dicht dran an unser jetzigen Realität einfach…
    A: Genau, also man sollte nicht irgendwie davon, damit rechnen, dass irgendwelche Leute mit psychischen Kräften durch die Gegend laufen, oder das Magie wirkt, oder—
    F: Ja, lass uns doch einfach mal einen Exkurs machen: Was ist Hard Sci-Fi, Arne?
    A: Ja, also, Hard Sci-Fi ist, also Hard Sci-Fi ist überlicherweise, du hast die gängigen wissenschaftlichen Theorien, und du versuchst aus diesen in die Zukunft zu extrapolieren. Soll heißen, das was schnell ist, ist wahrscheinlich noch ein bisschen schneller, et cetera. Da wird es meistens nicht zu irgendwelchen absurden Sprüngen kommen, sondern das, was zur Zeit geforscht wird, wird möglicherweise erforscht sein, aber es werden nicht irgendwie drei, vier Generationensprünge da sein, so dass mit einem Mal: ‚Weltraum, unendliche Weiten…‘
    F: Kein Warpantrieb.
    A: Genau. Üblicher— Also, Hard Sci-Fi, du hast maximal, na ja, wahrscheinlich maximal wirklich ein Mal wo du sagst, ‚ja, okay, da mache ich einfach jetzt Mal das Autorenfiat.‘ Der Autor nimmt sich heraus: Ein Mal kann ich sagen, okay, damit wir ne gute Story haben, das gestehen wir ihm zu, aber darüber hinaus, der Rest sollte im Prinzip logisch, nachvollziehbar, und technisch fundiert, realistisch sein. 
    F: Ja, ich finde, das äußerst sich meistens dadurch, dass Schiffe nur mit Unterlichtgeschwindigkeit fliegen—
    A: Ja.
    F: —Und dass das halt wirkliche ’ne harte Barriere ist. Wenn, dann ist es irgendwie drumrum gearbeitet. Es gibt tolle Konzepte, so wie zum Beispiel mit Generationenschiffen, oder mit – was auch ziemlich populär ist, einfach dass man so Stasiskapseln oder sowas in der Art hat.
    A: Ja.
    F: Da gibt’s superspannende Konzepte später, wo sozusagen die Crews von den Schiffen komplett disjunkt sind,  eigentlich von den Zivilisationen, die sie verbinden, weil so ein ganz anderes Zeitgefüge haben, weil sie sich ja durch die Relativität viel langsamer sozusagen bewegen.
    A: Ja, die, die haben ein, deren persönliche Zeit vergeht langsamer—
    F: Ja
    A: Weil sie sich halt nahe der Lichtgeschwindigkeit bewegen. 
    F: Genau. Aber prinzipiell ist bei Hard Sci-Fi das Ganze halt, dass es weniger dieses magischen Lösungen gibt, und ich würde so sagen, Technobabbel kommt auch vor…
    A: Ja…
    F: Aber… anders. Während das irgendwie so, klassisches Beispiel aus Star Trek zum Beispiel wäre dann so ‚Die Tachyonen kommen und wir werden jetzt, äh—‘
    A: ‚Die Polarität umkehren!‘
    F: Genau! Und dadurch kommt das jetzt irgendwie, löst sich das. 
    A: Genau. Und denn kommt die—
    F: Und denn kommen die Positronen dazu.
    A: Genau, und denn kommt die Analogie, ‚Ja, das ist wie einen Luftballon aufblasen, und denn ein Mal mit der Nadel reinpiken,‘ damit der Laie das versteht. Aber intern haben wir keine Ahnung, was
    dort abgeht.
    F: Ja, und, ich will Star Trek gar nicht schlecht machen, ich mag das echt sehr gerne, aber Hard Sci-Fi macht sich da echt noch mehr Mühe, das auf aktuellen wissenschaftlichen Papern basieren zu lassen, oder zumindest Ideen davon, und die dann weiterzustricken, und man hat im Hinterkopf fast immer so, ‚Das könnte tatsächlich so sein, eigentlich.‘ 
    A: Und als Genre ist Hard Sci-Fi meistens auch in der nahen, oder auch in der mittelbaren Zukunft angesiedelt. Also die nächsten 50, vielleicht 100 Jahre, aber darüber hinaus meistens sind denn irgendwelche Zugeständnisse, die denn einfach technische Sprünge erfordern, von denen wir einfach gar nicht wissen, ob sie sein können oder nicht. 
    F: Wobei, Revelation Space würde ich eigentlich auch in der Hard Sci-Fi so ein bisschen reinstecken. 
    A: Ja, na ja, mjaaaa…
    F: Vielleicht sollten wir mal ne eigene Folge zu der Hard Sci-Fi machen. Lass uns nochmal zurück zu Gunpowder Moon kommen.
    A: Genau! Gunpowder Moon! Hauptcharakter ist irgendwas… 
    F: Dechert.
    A: Ja, Dechert.
    F: Moment, ich habe’s mir aufgeschrieben. (Blättert)
    A: Ich würde sagen John oder Canter oder sowas Dechert? Auf jeden Fall ist—
    F: Caden Dechert.
    A: Taden.
    F: Caden. 
    A: Caden. Okay. 
    F: Komischer Name.
    A: Der wird quasi nie mit Vornamen angesprochen, von daher…
    F: Ja, er ist immer nur Dechert. Und da sind wir eigentlich schon so bei einem dieser Dinger. Also, so ein bisschen wie so ein— Er hat Anleihen aus dem Noir-Genre, finde ich, so ein kleines bisschen. Also zumindest so von dem ‚sehr maskulinen Typ, der, auf den sich verlassen wird,‘ und dann ist es auch teilweise auch echt dicht am Military Sci-Fi so dran, oder so Militärromanen, wenn man sowas gerne liest.
    A: Ja, ja. 
    F: Er tut sich für seine Crew opfern ungefährt, und er ist halt so der Bär im Mann, und… ja. 
    A: Trinkt Wodka, und sowas in der Richtung. Hartgesottene Kerle, die hartgesottene Entscheidungen treffen.
    F: Ja… ja schon, ja. Und das vor dem Hintergrund, dass halt der Mond nicht nur von den USA besiedelt wurde, und dass nicht nur von den USA Helium-3 abgebaut wird, sondern auch von den Russen, und von den Chinesen, und ich glaube auch noch von zwei anderen. 
    A: Die Inder und die Brasilianer.
    F: Ja, aber die in kleinerem Maßstab.Oder beziehungsweise, die kommen nicht so vor.
    A: Die kommen nicht so vor, weil,  ich habe das vor… heute quasi beendet gehabt, von daher habe ich das noch grob im Kopf. Die Inder und die Brasilianer haben mehr oder weniger, in Zelten wohnen die noch, so um ein Äquivalent zu nennen, während die Amis und die Chinesen schon in Bunkern sitzen.
    F: Ja, und mit so großen Erntemaschinen richtig arbeiten. 
    A: Genau.Die bauen dort Helium-3, ein paar Erze und Mineralien und Wasser natürlich, Wasser ab. 
    F: Ja, auch richtig, stimmt, ja ja.
    A: Weil, ohne Wasser ist man auf dem Mond aufgeschmissen, weil aus Wasser kann man, zum einen: Wasser ist Wasser, das trinken wir. Zum Anderen kann man daraus Sauerstoff herstellen, das atmen wir, und man muss nur noch den CO2 entsorgen, und wenn man paar Pflanzen hat, dann hat man fast einen Kreislauf schon. 
    F: Ja. Und kommt halt auch einfach nicht so häufig vor, das wäre auf dem Mars glaube ich nochmal anders, wenn man sich jetzt Mal irgendwie The Martian anguckt im Vergleich, das würde ich jetzt zum Beispiel auch als Hard Sci-Fi einordnen…
    A: Oh, der ist im Prinzip härteste Sci-Fi. 
    F: Ja, aber der ist auch schon noch Mal ein ganzes Stück besser als das Buch hier.
    A: Ja!
    F: Aber das war auch nicht schlecht, das nimmt sich… also ich finde halt das ist so ein Buch, dass man gut so im Warteraum lesen kannst, oder so auf dem Flugzeug lesen kannst, das ist nicht zu hart, wenn du jetzt mal ein paar Seiten überlesen hast. 
    A: Mhm.
    F: Da hast du jetzt nicht irgendwwelchen supergroße Storywendungen verpasst. Aber es macht auch trotzdem schon Spaß um es mal kurzweilig zu lesen.
    A: Ja, also, das ist halt bloß irgendwie—
    F: Weltraumbelletristik so ein bisschen, ne?
    A: Ja, es ist, keine Ahnung, 300 Seiten oder so, grob. (Anmerkung: 300 Seiten Englisch, 350 Deutsch)
    F: Ja, das ist echt schnell durch.
    A: Also weniger als der Standard-Science— Also Science Fiction ist oftmals so 120.000 Wörter, und das hier hat irgendwie so 80.000. 
    F: Ja, so bei Audible sechs Stunden oder sieben Stunden maximal, da ist man echt schnell durch. (Anmerkung: 7:20 Stunden Englisch, 9 Stunden Deutsch). 
    A: Ja.
    F: Auf dem Mond gibt es halt superwenig Wasser sowieso, ein bisschen in den Kratern… Krätern? Was ist denn die Mehrzahl von Krater? Krater, ne?
    A: Crateri! (Lacht) 
    F: Wirklich? 
    A: Nein! (Lacht) Der Krater, die Krater.
    F: (Schmunzelt) In den Kratern so ein bisschen, und… Ressourcen sind knapp und das schwingt halt in diesem Storybogen mit so…
    A: Ein bisschen wie der Goldrausch am Klondike. 
    F: Ja, genau. Also das wenn wir jetzt unseren Fuß hier in die Tür bekommen, dann können wir einfach die zukünftigen Generationen lenken, steuern, einfach durch unseren Zugriff auf dieses Helium-3, was jetzt die herausragende, superwichtige Energiequelle ist für die Zukunft. 
    A: Ja.
    F: Und auch überhaupt um das Leben zu sichern. Also die Menschen, die Menschheit, die wäre in so ein Mittelalter zurückgestürzt eigentlich, ohne diesen Zugang zum Helium-3. Es wurde sehr dramatisch dargestellt einfach. 
    A: Ja, durch das ‚Thermale Maximum‘ ist die Menschheit so wirklich auf Messers Schneide balanciert und mit dem Gemeinschaftsprojekt Fusion, was denn gewuppt wurde, und dem Helium-3 haben sie es gerade so wieder auf ein, ja, auf ein zivilisatorisches Niveau geschafft, ohne abzugleiten in ein neues Mittelalter. 
    F: Ja, und da würde man so denken, ‚Boah, es gab doch jetzt diesen einigenden Moment, das nehmen wir doch jetzt mit,‘ das wird so der Gründungsmythos zum Beispiel von so einer gemeinsamen Initiative. 
    A: Ja, so eine Quasi-Föderation könnte sich daraus ergeben und… das kommt aber anders.
    F: Ja, ich hatte davor mir noch ein paar andere Gedanken dazu angeguckt. ‚The Verge,‘ die man einigermaßen kontrovers diskutieren kann, finde ich in ihrer Berichterstattung, haben aber da einen schönen Satz zusammengschrieben, nämlich: ‚We can leave Earth, but its—,‘ man, ich muss besser schreiben. ‚We can leave Earth, but its borders will follow us.‘ 
    A: Ah!
    F: Und das stimmt total! Also weil—
    A: ‚Wir können die Erde verlassen, aber ihre Grenzen werden uns folgen.‘ 
    F: Ja, genau. Und, das ist einfach so in unserem Denken zum Einen drin, auch wenn man sich die heutigen Weltraumprogramme anguckt.
    A: Ja.
    F: Und das ist das auch, dieses haupterzählerische Medium, worum sich viel in diesem Roman auch dreht. Und das ist dann, also ich möchte nicht, ich würde jetzt nicht das ganze Buch durchspoilern. Ich würde sagen, dass wir jetzt noch bis zu diesem ‚Arch‘ gehen, wo sich das so aufheizt.
    A: Ja.
    F: Und aber wie dass dann so aufgeht, das würde ich dann zum Schluss weglassen. Also das wollen ja bestimmt noch paar Welche lesen.
    A: Sonst würden wir ja spoilern. Und wir sind ja nicht Spoiler Alert.
    F: Spoilercast! (Lacht)
    Ne, dieser Gedanke halt, dass wir selbst wenn wir solche echt harten Entwicklungen durchgemacht haben, und gerade so davon weggekommen sind, trotzdem so unser zivilisatorisches Erbe mit den Nationalstaaten und den ‚Ich meine Gruppe! Du böse Gruppe!‘—
    A: Ja, ja!
    F: —das nicht hinter uns lassen können.
    A: Die In-Group, die Out-Group, die merkt man hier auf jeden Fall am Arbeiten, weil es kommt wie es kommen muss. 
    F: Ja.
    A: Die vorherrschenden Mächte USA und China – also zumindest auf dem Mond vorherschend – kommen sich ein bisschen ins Zoffen, weil eine Bomb— na ja, weil eines der mobilen Habitate explodiert. 
    F: Genau, es kommt zum technischen Unfall / Vorkommnis und die Crew von Dechert ist mittendrin. Und die bewegt sich sozusagen in diesem Geschehen und ich finde da kommt sehr viel von diesem typischen Military Sci-Fi raus. Es wird viel beschrieben wie… also was die verschiedenen Wirkmechanismen sind, wie man miteinander umgehen kann, wie man sich schädigen kann, sozusagen, was das für Auswirkungen hat, und ich finde jeder, der das Mal so ein bisschen so Kalte-Krieg-Literatur gelesen hat – so ein ganz berühmtes Ding ist zum Beispiel, warte, das habe ich mir aufgeschrieben, das kenne ich auch… Red Tide Rising, es geht um den Kalten Krieg in Deutschland und wie die Sowjetunion durchs Fulda-Gap nach Deutschland und auch Europa einmarschiert und so weiter. Dieses große Aufwellen von ganz viel Militärequipment und wie das beschrieben wird, und das Gefühl hatte ich während des Buches, während ich das gelesen hatte, ein paar Mal sozusagen. Und darüber hinweggelegt sozusagen, das Canvas, der Hintergrund, wo das draufgemalt wurde, und darüber gemalt wurde so ein bisschen so ein Krimi eigentlich, wie Dechert und seine Crew sich da so durchschlägt.
    A: Ja! Die versuchen natürlich herauszufinden, ‚wieso ist mit einmal unser mobiles Habitat kaputtgegangen?‘ Ja, was ist da passiert? Und ja, das ist halt, daher nach dem Motto kommt dieses Krimi-Element, weil die offizielle Behauptung ist ‚X ist passiert,‘ und Dechert denkt sich, ‚Ne, irgendwas stimmt hier nicht. Das ist, okay, man kann das so sehen, aber so wie ich unsere Mannschaft kenne, so wie ich die Mannschaft von den anderen, also von den Chinesen kenne, das macht wenig Sinn, weil wir sind hier auf dem Mond, wir sind hier seit 14 Jahren.‘ Also eher, Dechert selbst ist seit vier oder fünf Jahren auf’m Mond, aber die Siedlung, diese Miningkolonien, die gibt es halt seit einem guten Jahrzehnt auf jeden Fall auf dem Mond, und die sind halt im Prinzip in Bruderschaft aufgrund der Widerstände, der Hindernisse, die der Mond einem auftut. Sonnenstürme, es kommt zu Meteoriteinschlägen—
    F: Die sind halt einfach megaweit raus, ne.
    A: Die sind halt ganz weit ab!
    F: Die nächsten Nachbarn sind die Chinesen da drüben. 
    A: Ja, und die sind 600 km weit ab, das sind Nachbarn.
    F: Ja, genau. Und ich finde das kommt halt voll gut raus, das das halt so zwischen den Menschen selber häufig weniger Konflikte gibt, aber zwischen den Gruppen, und welche Dynamiken sich da entwickeln, die sind teilweise nicht zu stoppen. Das war halt auch das, was ich so mit ‚Red Tide Rising‘ so verglichen habe, das ist so eine Welle, und wenn die einmal in Schwung kommt, dann kann man die nicht mehr aufhalten in dem Moment. Und das Gefühl hatte ich in dem Roman auch ganz häufig dann. Dann gibt es Entwicklungen, und die vor Ort, die kommunizieren vielleicht auch noch, oder die geben sich so versteckt so Hints, so: ‚Ja, das und das,‘ und so, nonverbal ungefähr noch…
    A: Ja. 
    F: Und aber es gibt diese großen politischen Entwicklungen, die dann wie so eine Welle über sie rüberschwappen. 
    A: So wo du hier Red Tide Rising erwähnst, also ich habe das nicht gelesen, von daher kann ich dazu nichts sagen, allerdings mich erinnert das an den Auftakt des ersten Weltkrieges, und zwar wo diese Vorgangskaskade losgetreten wurde, und es kam zu… was war, Franz-Ferdinand wurde getötet, genau. 
    F: Genau. Deutschland hat einen Blankocheck ausgestellt für die Österreicher, die Österreicher wollen den Leuten auf dem Balkan eh schon ewig was auswischen, oder was heißt auswischen, die wollen mal ein Exempel statuieren. Und alle sagen, ‚Oh, das kann gar keinen Krieg geben, da geht so viel Geld verloren.‘ BUMM. Krieg. Und zwar richtig. Und ja, dieses Gefühl, das kommt da schon rüber. Das ist eigentlich schon ein ziemlich spannender Hintergrund, so eine Leinwand, worauf man so eine Geschichte zeichnen kann.
    A: Ja.
    F: Und so wird’s auch hier behandelt, und häufig geht’s auch echt ins Detail, und da merkt man doch auch ein bisschen so diesen journalistischen Hintergrund von dem Autoren. 
    A: Ja, also, der hat sich auf jeden Fall belesen. 
    F: Ja, und er hat auch finde ich ein bisschen eigentlich ganz gut so extrapoliert, so die verschiedenen Wesensarten, und wie dann so politische Zusammenhänge  einfach funktionieren können auch. Und das man dann halt auch so in Sach-/Zwangslagen kommt, so ungefähr: Passiert A, ist B automatisch schon mit drin, und C und D sowieso. 
    A: Ja.
    F: Und da kann man nicht einfach zurück zu A so ungefähr. 
    A: Ja.
    F: Und das war auch einer so der Punkte, die ich an dem Buch auch wirklich ganz gut fand. Also dieses beklemmende Gefühl so gegen die Wand zu laufen, das hast du ein paar Mal, und der Protagonist auch, und er überlegt wie er damit irgendwie umgeht. Und dann hat man halt noch diese Thriller-Elemente. ‚Wer ist denn das jetzt eigentlich? Sind das jetzt eigentlich die Chinesen? Macht das doch irgendwer was ganz anderes,‘ so ungefähr. Da ist eigentlich ein schönes Setting, was sehr spannend ist, nicht zu weit weg ist. Ich finde, da kann man sich ziemlich gut reinversetzen eigentlich. 
    A: Ja.
    F: Gerade auch so durch den Klimawandel wirkt das halt doch, finde ich, wesentlich dichter dran als ich am Anfang so dachte. 
    A: Ja, und wie ich gesagt habe, nach dem Motto: Man hat ein Zugeständnis an den Autor, was man einem verzeihen kann, um die Story voranzubringen, und das wäre für mich das Thermal Max, also da gehe ich gar nicht mehr drauf ein, weil: okay, ja. Da ist halt wie bei—
    F: —Das Setting halt—
    A: —Ja, genau. Mich hat das gewissermaßen an New Moon erinnert gehabt. Ich weiß nicht mehr von wem das war…
    F: …Den Film?
    A: Ne, ne, nicht den Film. Das ist so eine—
    F: Ne, der Film hieß anders. 
    A: Du meinst Moon, mit Sam Rockwell. 
    F: Ja, ja.
    A: Das ist auch ein sehr geiler Film, aber der hat hiermit nichts zu tun. …Doch! Der hat sehr viel hiermit zu tun! Da wird auch Helium-3 geminet!
    F: Ja, Empfehlung, der Film ist wirklich gut.
    A: Ähm, nein! Mich erinnert das an New Moon, den Roman, der ist Teil 1 von einer Trilogie, glaube ich. Spielt halt auch auf dem Mond, es wird auch Helium-3 abge…bergbaut. Abge–abge… irgend ein Wort fehlt mir hier. 
    F: Abgebaut.
    A: Abgebaut, ja! Ganz stumpf.
    F: Oder gewonnen.
    A: Genau. Dort wird auch diese ganze Raffinerie– diese Weiterverarbeitungsindustrie ist in dem Roman schon auf dem Mond angesiedelt, das spielt (überlegt) 2130 oder sowas, und es gibt auf dem Mond mehrere herrschende Familien, weil aufgrund der bestehenden Verträge keine Gesetze gibt, und alles wird über Verträge geregelt. Und das Setting ist auch sehr interessant, weil es sehr viel internationaler ist, als man erwarten sollte. Zum Beispiel eine dieser Familien ist portugiesischer Abstammung, und dementsprechend sind viele Hauptfiguren portugiesisch und so aus dem deutschsprachigen und amerikanischen Raum ist man halt eher so John und Jim und sowas gewohnt, und nicht mit einmal Marie de la Muerte oder sowas.
    F: Welche andere Romanserie war das noch? War das Revelation Space, wo die alle so aus Quebec kamen und so weiter? 
    A: Das war Revelation Space, und zwar…
    F: Am Anfang?
    A: …ich will sagen Absolution Gap, aber… nenene, Chasm City. Wo die Gründungskolonien frankophon waren. Und deswegen hatten die alle französische Namen und haben alle…
    F: Das war schwer am Anfang auf dem Audiobuch das zuzuhören.
    A: Ja.
    F: Ja.
    A: John Lee, alter Schwede. 
    F: Meine Güte, ja. Aber ich finde das eigentlich voll gut wenn Kultur so gemixt wird und das nicht einfach so Standardenglisch ist.
    A: Ja.
    F: Auch wenn es manchmal das schwieriger macht, vor allen Dingen weil ich eigentlich Audiobücher
    und Literatur prinzipiell eigentlich nur in Deutsch und Englisch gut lesen kann. In anderen Sprachen bin ich nicht gut genug.
    A: Ja, ich hatte New Moon damals angefangen gehabt mit Hörbuch, hab’s denn aber zu Ende gelesen, weil ich mit diesen ganzen portugiesischen Namen nicht klar kam. Die sind halt nicht in meinem… ich habe dazu kein Muster im Hirn drinne, ich konnte die alle nicht auseinander halten. Deswegen bin ich irgendwann dazu übergegangen die zu lesen, weil—
    F: Ja das hilft.
    A: —die unterschiedlichen Buchstaben sind ganz anders einzuordnen als die unterschiedlichen, aber für mich ähnlich klingenden Worte. 
    F: Zurück zu Gunpowder Moon. 
    A: Ja. 
    F: Da hast du das gleiche gemacht, du hast mit dem Audiobuch angefangen und hast aufgehört und es zurückgegeben (Lacht), und dann angefangen zu lesen. Ich habe es durchgehört, aber ich habe eben auch nochmal reingehört. Der Sprecher ist schon, der passt zu Military Sci-Fi. 
    A: Ja.
    F: ‚Raah, hier kommt Karl und mit dem Hut und der zieht die Kanone!‘
    A: Ja, also das hört sich ein bisschen, bisschen wohlgemerkt, an wie Tom Waits. Er hat halt einfach zu viel Kiesel gegurgelt, weil: ‚Ich bin hier voll der harte Bursche und ich muss hier so…‘
    F: Ach, ganz so schlimm ist es auch nicht. Also, wer Audiobücher mag, kann es sich auch als Audiobuch anhören, aber ich fand es ein bisschen hart. 
    A: Wohlgemerkt, wir reden hier gerade von dem englischsprachigen Hörbuch, nicht von dem deutschsprachigen. Auf Deutsch heißt der Roman Killing Moon, soweit ich weiß. 
    F: Ich dachte schon, der [Autor] hat einen Nachfolger geschrieben, das hat mich auch verwirrt…
    A: Das war auch meine Vermutung.
    F: Aber warum wird, warum wird, warum kriegt die deutsche Ausgabe einen englischen Titel, wer hat sich das denn ausgedacht?
    A: Ähm, ich will sagen… Ehapa? 
    F: Der heißt wirklich Killing Moon?
    A: Ich bin ziemlich sicher. Lass mich mal nachgucken…
    F: Ja, das macht Sinn, weil das ist ja auch zweitausend— und ich dachte schon, ‚Boah, der hat 2018 noch ein Buch geschrieben? Meine Güte!‘
    A: Ich würde gerne sagen, das ist unüblich, allerdings: ich kenne Autoren, die schreiben 30.000 Wörter pro Monat? 
    F: Ja…
    A: Und so mit dem modernen—
    F: Ja, und Stephen King, der hat doch irgendwann Mal gesagt, „Erfolgreiche Autoren leben nicht von Inspiration, sondern vom Fleiß“ oder so.
    A: (Lacht)
    F: Und er meint, „Bücher schreibe ich indem ich mich hinsetze und sie schreibe!“ Okay…
    A: Erzähl weiter.
    F: Na, auf jeden Fall das Audiobuch kann man sich kaufen auf Englisch, da es aber so kurz ist, würde ich mir glaube ich einfach eine Paperbackausgabe besorgen oder das als Ebook lesen oder sowas in der Art. 
    A: Als Ebooks kosten die allerdings auch so 7–9€. 
    F: Ja, aber das ist da ja auch in Ordnung. 
    A: Na ja, also das kommt darauf an, wie du das, wo dir der Konsum eher liegt. Wenn du das eher nebenbei hören willst, oder nebenbei konsumieren willst, soll heißen, ich will sagen, Audible-Guthaben kostet 10€, das Ebook kostet 9€ bei Kindle.
    F: Ach so, ja.
    A: Das…
    F: Wobei, ich würde… ganz ehrlich?
    A: Ja?
    F: Ich lese immer nur bessere Bücher tatsächlich wirklich noch selber. So Bücher, die hör ich nur noch. 
    A: Ja, also, wie gesagt, bei mir war das Problem einfach, ich kam mit dem Sprecher nicht klar. Ich konnte mir das nicht antun. Ich —
    F: Wobei, ich bin glaube ich auch gerade ein bisschen zu gemein zu dem Buch. Ich meine, weil, das ist schon noch okay. Ich würde dem auch eine stabile 3 aus 5 geben, also wirklich eine stabile.
    A: Ja! Also 3 aus 5, damit bin ich zufrieden, also da würde ich nichts gegen sagen. 4 aus 5 hätte ich mit dir argumentiert, aber 3 aus 5, nein. Das ist für einen Erstling , wie gesagt, solide, gut, also für ein Erstlingswerk ist es gut.
    F: Ja, der Spannungsbogen ist toll, ich habe mich jetzt nicht groß gelangweilt gefühlt, es kamen jetzt aber auch keine supergroßen Wendungen dazwischen.
    A: Ja.
    F: Oder hat es dich überrascht irgendwann?
    A: (Überlegt) Nicht so richtig, also…
    F: Es war schon so thrillermäßig, man hat schon so mitgefiebert, ‚wer ist das denn jetzt, wer kann das denn sein irgendwie…‘
    A: Ja, aber—
    F: ‚Was ist denn da jetzt der Zusammenhang,‘ aber es war jetzt nicht so, dass du… irgendwie sowas so, was ist denn jetzt ein gutes Beispiel, dass du halt so überrascht wirst, so in Awe dastehst, so ‚Boah, das ist ja ’ne geile Idee!‘ Das war halt nicht. Allerdings: so diesen politischen Background, den er mitgenommen hat, fand ich dann halt gerade zur jetzigen Aktualität? Super spannend.
    A: Ja, ja. 
    F: Also, das trägt auch einfach viel vom Buch.
    A: Solide halt. 
    F: Ja, ja. 
    A: Also, es gibt halt nicht viel zu bemängeln. 
    F: Hast du einen 7-Stunden-Flug, möchtest ein bisschen Belletristik haben und nicht blöde Filme gucken auf deinem Display…
    A: Ja, dann setzt dir das aufs Ohr oder packst es dir auf’m Ereader, oder… ja, okay, Handy vielleicht nicht unbedingt, weil 7 Stunden lang ‚Swipe swipe swipe,‘ da fällt dir ja der Daumen ab.
    F: Kindle hat ja jetzt Endlosswipen. 
    (Beide Lachen)
    A: Das ändert ja nix daran, dass ich swipe!
    F: Ja… ja. Ne, doch, würde ich empfehlen, mit Vorbehalt. Ich glaube, wenn man Military Sci-Fi mag, so ein bisschen, und gerne so dieses Hard Sci-Fi, dicht an der jetzigen Zeit dran. Also wenn man irgendwie Spaß an The Expanse hat, oder The Martian, oder sowas in der Art, und ein bisschen mehr noch so… Also, es ist realistischer als The Expanse, sozusagen—
    A: Ja.
    F: Weil das doch fantastischer wird nachher in späteren Folgen…
    A: Das können wir auf jeden Fall mal wenn wir mal ’ne Expanse-Folge machen…
    F: Ja, am Anfang fängt das halt wirklich ziemlich hart an, dann wird es aber irgendwann auf einmal so ziemlich crazy. Aber geil crazy! 
    A: Ja.
    F: Und The Martian ist härter, finde ich. 
    A: Ja, The Martian ist so, wenn wir so eine Skala definieren, von weich zu hart, dann ist The Martian—
    F: Ja, wurde vom NASA-Ingenieur geschrieben, sozusagen. 
    A: (Schmunzelt) So in der Richtung! NASA-Ingenieure haben ihm geholfen. Die haben das mit Probe gelesen.
    F: Ja. Na auf jeden Fall, das würde sich in der Richtung auf jeden Fall bei 8 bewegen, wenn 10 halt The Martian wäre. Und…
    A: Ja! Ja.
    F: Und es macht Spaß zu lesen, und ich kann es glaube ich empfehlen, eigentlich. 
    A: Ja! Also wie gesagt, ich habe das… wann habe ich das angefangen? Sonnabend? Also vor zwei Tagen muss ich sagen, vor zwei oder drei Tagen habe ich angefangen das zu lesen, und heute habe ich denn knapp zwei Stunden, die letzten zwei Stunden in einem Stück durchgelesen, und… ja. Es ist ja nicht so, dass mir das Buch überdrüssig wurde. 
    F: Gut. Also Leseempfehlung im Sinne von, für Interessengruppen interessant. 
    A: Ja!
    F: Keine Pflichtlektüre.
    A: Nein.
    F: Nein. Aber guter Einstieg. Den Menschen kann man sich auf jeden Fall mal aufschreiben. Wie hieß er nochmal? 
    A: David Pedreira.
    F: Oh, dieser Nachname, meine Güte. Klingt toll, aber ich kann ihn nicht aussprechen. Werde ich mir mal auf den Feedreader legen oder so. 
    A: Du kannst ihn dir auf Amazon als Autor abonnieren/folgen/wieauchimmer. Dann bekommst du eine Nachricht, wenn er was neues raushaut. 
    F: Oh, das wäre spannend. Ich glaube, der hat sowieso direkt bei Amazon am Anfang veröffentlicht gehabt. Wir sind aber keine Amazon-Werbesendung!
    Kleine Buch…verlage, nicht Verlage, aber Verlage sind auch gut.
    A: Kleine Buchläden.
    F: Kleine Buchhändler fördern wir. Wobei… ich fördere sie nicht. Ich habe keine ausgedruckten Bücher mehr so richtig. Also wenig. 
    A: Die bekommst du von mir, mit Autogramm von den Autoren, wenn ich mal wieder bei einer Autorenlesung war. 
    F: Ja, das stimmt. 
    A: Die deutsche Ausgabe heißt übrigens wirklich Killing Moon und war natürlich von David Pedreira, und von Dietmar Schmidt übersetzt. 
    F: Häh? Wer ist auf die Idee gekommen, und warum? Warum? Das ist die deutsche Ausgabe, der gebe ich einen englischen Titel, damit das anders klingt als die englische Ausgabe?
    A: Ja.
    F: Und [damit] Frank verwirrt ist.
    A: (Lacht)
    F: Das ist doch einfach… (Schüttelt Kopf)
    A: Das Frank-Verwirren, das ist überhaupt der Anlass, dass sie sich dafür entschieden haben, eine englischsprachige deutsche Übersetzung zu haben. 
    F: Wir hören jetzt hier auf für Gunpowder Moon. Holt’s euch, wenn…
    A: …es in euer Interessengebiet fällt. 
    F: Genau! Nächstes Mal besprechen wir… wissen wir noch nicht. 
    A: Möglicherweise The Expanse? Möglicherweise…
    F: Ich gebe dir… was anderes! Das ist jetzt Folge 0. …Ist 0 gerade oder ungerade? 
    A: (Trocken) Null ist Null.
    F: …Nichts, ne? (Lacht)
    A: Bravo!
    F: Gut, du darfst die ungerade Zahlen aussuchen an Büchern, die wir besprechen, ich suche die geraden aus. 
    A: Ah… dann… 
    F: Oder wollen wir tatsächlich das andere das Mondbuch besprechen, das ich eigentlich für heute geplant hatte?
    A: Das habe ich hier liegen! Moon is a Harsh Mistress. 
    F: Ja.
    A: Da fällt mir gerade der deutsche Titel überhaupt nicht ein. 
    F: Wollen wir das einfach sonst?
    A: Ja!
    F: Gut! Nächstes Mal werden wir The Moon is a Harsh Mistress besprechen, von Heinlein.
    A: Ja, ein Klassiker.
    F: Ein wirklicher Klassiker, bevor Heinlein ganz verrückt wurde.
    A: (Lacht)
    F: Aus der Zeit die Bücher kann man noch gut lesen.
    Früher dachte ich immer, ‚Alte Scifi, das kannst du doch nicht lesen, ey,‘ und irgendwann habe ich dann erkannt, ‚Moment!‘ Richtig gute Scifi, die ist nämlich komplett zeitlos, die kannst du immer lesen, weil da geht’s nicht um Technik. Aber das können wir das nächste Mal supergut besprechen.
    A: Ja.
    F: Das kommt nämlich bei dem Buch auch durch. 
    A: Ja! Wir werden uns mit Mike unterhalten! …Oder über Mike. 
    F: Ja, ja mal gucken. …Den kenne ich gar nicht, aber das ist einer von Arnes Scifi-Buddies hier. 
    A: Nein! Mycroft.
    F: Ah, okay. Ich dachte du meintest hier einen von deinem anderen Buchclub da. 
    A: Nein, ich meine Mycroft.
    F: Okay! Ähm… wir schweifen ab. Nächstes Mal: Moon is a Harsh Mistress, Heinlein, lest es. Wann es herauskommt, die Podcastfolge… (Schnaubt). Vermutlich spätestens in einem Monat oder sowas. 
    A: Möglicherweise irgendwann oder sowas, wir werden’s sehen. Es wird auf jeden Fall mit einer anderen Audioqualität sein. 
    F: (Scheinbar beleidigt) Wie, mit einer anderen Audioqualität? 
    A: (Lacht)
    F: Nix da hier, das soll sich gut anhören! 
    A: (Schmunzelt) Wir werden sehen, wir werden sehen. 
    F: Gut. Wir haben noch… 20 Sekunden, Arne. Dann sind 40 Minuten voll. Kannst jetzt ‚Tschüss‘ sagen.
    A: Tschüss.
    F: Good Bye, bis zum nächsten Mal. Danke für’s zuhören, tschö!

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